Sonntag, 27. Januar 2008

Abstract - überarbeitet

Hier ist mein überarbeiteter Teil des Abstracts. Mir fehlt noch eine Quellenangabe (weiß jemand, woher das Zitat von Frau Stoltenberg war?) und eine besser Überschrift für die Ergebnisse (Ideen???)

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S.O.F. als externer Bildungspartner - Ergebnisse

S.O.F. ist eine der wenigen Organisationen, die sich der Aufgabe angenommen haben, Bildung für nachhaltige Entwicklung in Form von pädagogischen Projekten für Kinder im Elementarbereich anzubieten. S.O.F. agiert dabei als externer Bildungspartner, der von außen an die Kindertagesstätte herantritt und unabhängig von politischen Entscheidungen bezüglich Bildung konkrete Projekte anbietet. Dabei möchte die Organisation einen Anstoß geben, so dass sich die Kindertagesstätten über die Projektarbeit hinaus mit dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung beschäftigen.1 Dadurch haben wir erfahren, wie wichtig die Arbeit von unabhängigen Organisationen ist. Diese haben die Möglichkeit, neue Ideen umzusetzen, während beispielsweise ErzieherInnen in ihrer Arbeit eingeschränkter sind. Wir haben somit S.O.F. als eine Organisation kennen gelernt, die die Theorie der Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Praxis in Form von konkreten Projekten umsetzt.

Bei ihren Projekten stehen für S.O.F. drei Themen im Vordergrund: Wasser, Konsum und Energie. Bei den verschiedenen Projekten erleben die Kinder die Themen aktiv, sie können selbst im Rahmen des Projekts handeln und erfahren dadurch, dass sie auch im Alltag Handlungsmöglichkeiten haben. Beispielsweise wird bei dem Projekt „Energie erleben“ die gesamte Einrichtung als Erfahrungsraum erlebt, wenn die Kinder als „Energiedetektive“ untersuchen, wo Strom verbraucht wird. Wenn die Kinder das „Energie-Erlebnis-Fahrrad“ benutzen, wird ihnen ermöglicht, zu erfahren, wie viel Kraft sie aufbringen müssen, um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen. Die Projekte sind dabei den Fähigkeiten der Kinder entsprechend gestaltet. Dem zu Grunde liegt die Überzeugung, Kinder als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft zu behandeln. Durch das Projekt wird deutlich, dass auch Kinder im Elementarbereich ein Bewusstsein für nachhaltigen Konsum, in diesem Fall konkret auf Stromkonsum bezogen, entwickeln und danach handeln können.

S.O.F. hat ihre Herangehensweise im Laufe der Jahre geändert. Die Stiftung hat festgestellt, dass die Projekte nicht erfolgreich sind, wenn den Kindergärten vollständig entworfene Aktionen angeboten werden, wie bei dem Projekt „Wasser erleben“. Die ErzieherInnen sollten vielmehr aktiv beteiligt werden. S.O.F. hat dadurch die Bedeutung der Erzieherfortbildungen erkannt. Es werden nun verstärkt Fortbildungen angeboten, um Multiplikatoren zu bilden. In den Fortbildungen lernen die ErzieherInnen vor allem die Grundlagen für nachhaltiges Handeln, aber auch wie sie ihr Wissen am besten den Kindern ermöglichen können.

Die Projekte sind laut S.O.F ausreichend ausgelastet. Es besteht also durchaus Interesse auf Seiten der Kitas, sich in dem Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung zu engagieren. Allerdings sind die Möglichkeiten der Stiftung aus finanziellen und personellen Gründen begrenzt. Gerade auch aus diesen Gründen werden die Projekte nicht ausreichend nachbereitet. Es gibt zwar einen Evaluationsbogen, der von den ErzieherInnen ausgefüllt werden kann, aber diese Möglichkeit wird selten wahr genommen.



Bildung als Grundlage für nachhaltigen Konsum - Fazit

Auf den ersten Blick scheint das Thema unserer Seminararbeit weit von dem eigentlichen Thema des Seminars entfernt, allerdings hat sich im Laufe unserer Arbeit herausgestellt, dass Bildung für nachhaltigen Konsum die Grundlage dieses Themas ist. Ohne Bildung ist es schwierig, ein Bewusstsein für nachhaltiges Konsumieren zu wecken.

Wir haben S.O.F. als externen Bildungspartner erlebt, der von außen Projekte in den Kitas anbietet. Daher hat sich uns die Frage gestellt, warum das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht auch Teil der Erzieherausbildung ist. Würden von vornherein Erzieher als Multiplikatoren ausgebildet, müsste S.O.F. keine Projektarbeit leisten und wie Frau Wunderlich uns in dem Interview mitteilte, sei es im Prinzip das Ziel der Stiftung, dass „die Arbeit der Stiftung überflüssig wird, weil die Thematik jeden erreicht“2. Wir haben bei der Betrachtung der Stiftungsarbeit festgestellt, dass die Projekte nicht nachbereitet werden, abgesehen von dem oben beschriebenen Evaluationsbogen. Zwar versteht sich S.O.F. als Anstoßgeber und die weitere Arbeit zu der Thematik wäre theoretisch mithilfe eines Buches, das die ErzieherInnen erhalten, möglich, jedoch ist nicht bekannt, inwieweit diese Möglichkeit tatsächlich genutzt wird. Außerdem haben wir uns die Frage gestellt, wie viel die Kinder von dem Erfahrenen behalten und tatsächlich umsetzen. Daher wäre es interessant, nicht nur die ErzieherInnen zu befragen, sondern auch die Kinder partizipatorisch einzubeziehen und diese vor und nach dem Projekt zu befragen. Man könnte sie auch beobachten, um festzustellen, ob sich ihr Handeln verändert hat.

Bei unserer Arbeit an dem Projekt hat sich vor allem die Formulierung der Fragestellung als problematisch herausgestellt. Ursprünglich wollten wir untersuchen, ob die Projekte von S.O.F. nachhaltig wirken, ob die Kinder also wirklich ein Bewusstsein für nachhaltigen Konsum entwickelt haben. Allerdings konnten wir diese Fragestellung durch unsere Methoden nicht beantworten, da wir die Kinder nicht befragen konnten und dafür zusätzlich eine Beobachtung über mehrere Jahre nötig gewesen wäre. Wir hatten darüber hinaus einige Formulierungsschwierigkeiten, die auch auf ein inhaltliches Problem hindeuten. Wir mussten feststellen, dass wir davon sprechen wollten, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung „vermittelt“ wird. Durch unsere Literaturrecherche erfuhren wir, dass es nicht darum geht, Bildung zu vermitteln, sondern sie den Kindern zu ermöglichen, ihnen also nicht „von oben herab“ etwas beizubringen. Frau Stoltenberg schreibt in ihrem Buch ?: „Wie schmeckt Nachhaltigkeit? Vermitteln können wir nämlich nichts“3

Im Laufe unseres Arbeitsprozesses stellten wir fest, dass wir bedingt dadurch, dass wir eine große Gruppe sind, die Organisation häufig zu Lasten der inhaltlichen Diskussion ging. Da wir alle unterschiedliche Studiengänge haben, war es schwierig, gemeinsame Termine zu finden. Aus diesem Grund haben wir einen Blog als Kommunikationsplattform eingerichtet. Dies erwies sich als sehr sinnvoll, da so jeder seine Ergebnisse für die anderen ersichtlich veröffentlichen konnte. Darüber hinaus dokumentiert der Blog den Verlauf unserer Arbeit. Durch die Methode des Interviews konnten wir wichtige Erkenntnisse gewinnen, die wir durch eine alleinige Literaturrecherche nicht erreicht hätten.

Ursprünglich wollten wir eine Aktion von S.O.F. begleiten, dies ließ sich aus zeitlichen Gründen bis zur Präsentation im Seminar leider nicht verwirklichen. Allerdings wollen wir dies im Februar nachholen.

1s. Interview mit S.O.F
2s. Interview mit S.O.F.
3 ?

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